Rentenbesteuerung - Steuererklärung notwendig?

Viele Rentner sind verunsichert. Müssen Sie als Bezieher der gesetzlichen Rentenversicherung eine Steuererklärung abgeben? Mit unserem Rentenbesteuerung-Rechner können Sie Sich schnell und einfach überschlägig informieren, ob Sie eine Steuererklärung abzugeben haben und ob Sie wahrscheinlich Steuern zahlen müssen.

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Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Rentenbesteuerung

01. Seit wann werden Renten besteuert? Warum hat das Jahr 2005 eine Bedeutung für die Rente?

Grundsätzlich galt die Rentenbesteuerung schon immer, allerdings wurde vor der Einführung des Alterseinkünftegesetzes im Jahr 2005 nur der Ertragsanteil besteuert. Am 6. März 2002 erklärte das Bundesverfassungsgericht die bisherige unterschiedliche Besteuerung des Ertragsanteils von Renten und Beamtenpensionen als verfassungswidrig, da es gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes verstoße. Somit erhielt der Gesetzgeber die Auflage, eine neue Regelung für deren Besteuerung zu entwickeln und einzuführen, welche zum 01. Januar 2005 in Kraft trat und als Alterseinkünftegesetz bezeichnet wird.

02. Was bedeutet nachgelagerte Besteuerung der Rente?

Bei dieser Form der Besteuerung werden nicht die Rentenversicherungsbeträge, sondern erst die Rentenzahlungen besteuert. Berufstätige Steuerpflichtige leisten während ihrer aktiven Tätigkeit so genannte Altersvorsorgeaufwendungen, beispielsweise die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung. Diese werden in der Steuererklärung erfasst und verringern auf diesem Weg die Steuerbelastung. Im Gegenzug erhalten sie im Alter Rentenleistungen, welche um die aktuell geltenden Freibeträge gekürzt und anschließend besteuert werden.

03. Für welche Renten gilt die Rentensteuer?

Für alle Arten der gesetzlichen Rentenversicherung sowie für Renten aus einer betrieblichen Altersversorgung (sog. Altersvorsorgeaufwendungen) und für private Renten. Von der Neuregelung zum 01. Januar 2005 sind grundsätzlich alle Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, den berufsständischen Versorgungswerken sowie aus den landwirtschaftlichen Alterskassen betroffen. Auch Renten, die aufgrund einer privat abgeschlossenen kapitalgedeckten Leibrentenversicherung (wie beispielsweise der Rürup-Rente) gezahlt werden, unterliegen der nachgelagerten Besteuerung. Dies gilt ebenfalls für Witwen- und Waisenrenten.

04. Wie entwickelt sich die Rentenbesteuerung?

Zunächst wird die Besteuerung der Rente nicht mehr nach dem Lebensalter bei Beginn der Rente bestimmt, sondern sie richtet sich ausschließlich nach dem Jahr des Renteneintritts. Alle Renten, die vor und im Jahr 2005 begannen, werden zu 50% steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Anteil steigt für den Rentner zunächst mit jährlich 2% , bis er im Jahr 2020 die 80%-Marke erreicht hat. Anschließend erfolgt eine Erhöhung um 1% jährlich, bis auf 100% im Jahr 2040.

05. Was ist der Steuerfreibetrag bei der Renten-Besteuerung?

Dieser Betrag ist eine feste Summe, die nicht versteuert wird. Bei Beginn der Rente wird ein Steuerfreibetrag festgelegt, welcher anschließend auf Lebenszeit für den Rentner gilt und nicht mehr verändert wird. Dieser gilt nicht nur für die bezogene Rente eines Steuerpflichtigen, sondern auch für dessen nach seinem Tod hinterbliebenen Angehörigen, die eine Witwen- oder Waisenrente erhalten.

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06. Wonach richtet sich der Steuerfreibetrag?

Der Steuerfreibetrag wird anhand der unter Frage 4 beschriebenen prozentualen Entwicklung des Besteuerungsanteils ermittelt und beträgt beispielsweise 50% für einen Renteneintritt im Jahr 2005, 48% im Jahr 2006 oder 36% im Jahr 2012. Der Freibetrag bildet den Gegenpol zu dem besteuerten Anteil. Bei Hinterbliebenen richtet sich dieser nach der Tatsache, ob der Verstorbene bereits Rentenleistungen erhalten hat. Hier wird der vorher festgelegte Freibetrag übernommen, anderenfalls wird er bei Beginn der Witwen- oder Waisenrente errechnet.

07. Ab welcher Rentenhöhe muss ich Steuern zahlen?

Das ist abhängig vom jeweiligen Einzelfall. Grundsätzlich können aber verschiedene Pauschal- und Freibeträge über den Steuerfreibetrag hinaus angerechnet werden. Steuerpflichtige, die eine Rente von über 1.500 Euro monatlich beziehen, müssen mit großer Wahrscheinlichkeit eine Einkommensteuererklärung abgeben und Steuern entrichten. Allerdings hängt dies auch davon ab, ob weitere Einkünfte wie beispielsweise die aus Vermietung und Verpachtung vorliegen. Es ist jedoch ratsam, sich bei einen Steuerberater über die eventuelle Steuerpflicht zu informieren.

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    08. Weiß das Finanzamt, wie hoch meine Rente ist?

    Davon sollte man als Rentner ausgehen, da dies im Zuge des so genannten Rentenbezugsmitteilungsverfahrens an das Finanzamt gemeldet wird. Für die gesetzliche Rentenversicherung, alle privaten Versicherer sowie für die Versorgungswerke besteht seit dem Jahr 2005 die Verpflichtung, die ausgezahlten Leistungen für die Steuerpflichtigen an das Finanzamt zu melden. Somit sind die Finanzbehörden genau über Ihre Bezüge und die zum Beispiel Beamtenpersnionen informiert.

    09. Muss ich selbst aktiv werden oder auf das Finanzamt warten?

    Im Prinzip sollte man selbst eine Steuererklärung abgeben, um zu vermeiden, dass man später eine Strafe zahlen muss. Aufgrund der verschiedenen Freibeträge führt eine Steuererklärung nicht unbedingt dazu, dass tatsächlich Steuern gezahlt werden müssen und eine Besteuerung eintrifft. Jeder Rentner muss sich selbst darüber informieren, ob die Höhe seiner Bezüge eine Steuerpflicht eintreten lassen. In der Vergangenheit war grundsätzlich jeder Rentner zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, jedoch konnten die Finanzbehörden Befreiungen von der Steuerpflicht aussprechen. Allerdings kann hierzu, wie bereits unter Punkt 07 angeführt, ein Steuerberater Auskunft geben.

    10. Welche Fristen gelten für die Steuererklärung?

    Die Steuererklärung muss jeweils bis zum 31. Mai des Folgejahres bei der zuständigen Finanzbehörde abgegeben werden, also für das Jahr 2014 bis zum 31. Mai 2015. Bei der Bearbeitung durch einen Steuerberater verlängert sich diese Frist bis zum 31. Dezember des Folgejahres, somit für das Jahr 2014 bis zum 31. Dezember 2015. Für die rückwirkende Abgabe ist zu beachten, dass diese maximal 4 Jahre lang möglich ist (in 2014 maximal bis 2010).

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